Dort bitte kommentieren, nicht hier!

Ich habe die Kommentarfunktion hier abgeschaltet. Ich habe mich über Reaktionen auf meinen Weihnachtsblog gefreut. Er regte an, wurde sogar ausgedruckt und vorgelesen. Aber das sind keine öffentlichen Kommentare. Dafür ist weyandt.de gar nicht gedacht.

Dafür empfehle ich die Seite meines Stadtteils, mit der mich seit 1.1.2013 ein neuer Auftrag verbindet.  Da verfolge ich alles und würde mich freuen, wenn sich viele beteiligen.

Weihnachten ist Kommunikation

Für meine Weihnachtsgrüße verwende ich dieses Jahr die neue Website. Als mein Briefpapier fertig war, in dem Jahr nach dem Umzug, habe ich lange Briefe verschickt. Dies Jahr also ein Blogbeitrag auf der offiziellen Weyandt-Site zum Thema Weihnachten.
SternWie kam ich darauf? War es ausgelöst durch die jedes Jahr neue Erleichterung, dass wir uns unter den Erwachsenen nichts schenken und ich mich nicht in der Adventszeit mit dem Kaufen/Basteln von Sachen beschäftigen muss? Weihnachten ist an sich etwas Nicht-Materielles. Die besonderen erzgebirgischen Feier-Traditionen, die auch hier am Fuß des Erzgebirges so lebendig sind, verdienen es entschieden, auf die Liste des immateriellen Weltkulturerbes gesetzt zu werden. Neben die französische Esskultur und den Flamenco.
Dazu gehört die Sitte, dass einem überall ganz präzise „ein schöner 1., 2., 3., 4. Advent“ gewünscht wird. Und nicht das „Schöne Feiertage“. Das erzähle ich gern weiter. Ich bin kommunikativ, ich teile gern Erkenntnisse, Geschichten.

Dass Weihnachten Kommunikation ist, erlebe ich auch an den ersten Weihnachtsgrüßen in der Post. Zuerst der Brief von einem Studienfreund, einem Pastor, der eine wunderbare altmodische Handschrift hat. So ein Umschlag mit dieser Handschrift, das ist schon wie eine Nachricht: Er hat es wieder geschafft, ich weiß nicht wie, trotz Familie und Gemeinde und einem großen Freundeskreis extrem pünktlich eine Karte zu schreiben. Ich habe den Brief noch nicht aufgemacht, aber es ist bestimmt etwas Schönes mit warmen persönlichen Worten. Während ich das schreibe, fühle ich intensiv die Freude über solche Beziehungen. In einem Alter, in dem man anfängt nachzurechnen, wie lange man sich schon kennt und ganz erstaunliche zweistellige Zahlen erscheinen, zeigen sich trotz allem Wechsel gewisse Traditionen in den Beziehungen. Da ist die Freundin, die Jahr um Jahr eine vorgedruckte Grußkarte mit nur einem handgeschriebenen Wort, ihrem Namen, verschickt. Die vielköpfigen Familien, die KarteMaxi-Webeinen mit Rundbriefen auf dem Laufendem halten. Die kreativen Überraschungen der Kinder. Oder die Mehrheit, die gar nichts von sich hören lässt, aber bei einem Telefonat alle zwei Jahre herzlich Anteil nimmt, erzählt und zu Besuch einlädt, als wäre man nie getrennt gewesen.
Kommunizieren muss man auch bei den Festvorbereitungen: Wie wann die bejahrten Feiergäste abholen, wo sie unterbringen, was vorbereiten, wie die Feiertage gestalten. Feiern gehört in allen Kulturen in das Leben der Menschen, und dazu gehören die Festvorbereitungen. Ich habe auch schon den Heiligabend nur mit Gottesdiensten und einem einfachen Essen zu zweit gefeiert. Aber wenn ich die Möglichkeit habe, will ich gern für einen Kreis von Menschen ein Fest vorbereiten. Nur zu stressig darf es nicht sein. Ich nehme mir nicht viel vor und davon streiche ich noch einiges. Weihnachten ist Kommunikation, nicht geputzte Fenster! Oder vielleicht doch? Mal sehen, wie die Zeit reicht.
Es ist eine ernsthafte jährliche Übungseinheit, die Balance zu halten zwischen Erwartungen, den eigenen und denen anderer, und dem Möglichen. Darüber zu sprechen hilft.
FAVORITENWeihnachten als Kommunikation, das führt mich zur Weihnachtsgeschichte. Eine Geschichte, ein EUANGGELION ist der Festanlass. Natürlich kann man die Tage auch als Kindheits- und Familienfest gestalten. Ich weiß nicht, wie ich mich da verhielte, wenn ich nicht Christin wäre. Ohne Kinder fiele schon mal was weg. Und ich möchte jetzt und in Zukunft erfüllte, freudevolle Tage haben, nicht nur in der Rückerinnerung auf die wenigen Jahre, in denen Geschenke, Weihnachtsbaum und Plätzchenteller zum Glück ausreichten.
Also die Geschichte. Die seltsame Zeugung, nur durch das Wort? So wie die Erschaffung der Erde durch das Wort Gottes wird Gott Mensch in einer Jungfrau? Sicher steigen einige, die das lesen, jetzt fast aus. Katharina, an was glaubst du da! Zwei Dinge weiß ich: 1. Die Geschichte bedeutet nicht, dass Sex etwas Schmutziges, Vermeidenswertes sei. 2. Es ist ein Geheimnis. Als ich im Biologieunterricht das Wort „Parthenogenese“ kennenlernte, was eben das bedeutet, Jungfrauengeburt, fand ich das interessant. Die Hauptbotschaft ist auf jeden Fall nicht die wundersame Zeugung, sondern was daraus wurde: Der inspirierte Text der Maria von den Armen, denen sich Gott zuwendet, während die Reichen leer ausgehen. Die Botschaft an die Hirten, dass der Erlöser geboren wurde. An die Weisen, dass der König der Welt da ist. Und dass sie es weitererzählen sollen.

„Altenheime bald unbezahlbar“

Mit der Pflege kann man Aufreger-Themen plazieren. Dieser Artikel aus der WELT am Sonntag gestern, und schon drucken viele Medien die Nachricht nach.

Und das, wo man mit ein bisschen Sachkenntnis sofort gegenhalten könnte: Das ist nicht Neues. Erst seit der Einführung der Pflegeversicherung gibt es mehr „Selbstzahler“ im Heim. Erst so erreichen es Bezieher normaler Alterseinkünfte, dass sie vieleicht in den niedrigen Pflegestufen mit dem Zuschuss der Pflegeversicherung auskommen. Der ist aber nicht in dem Maße gestiegen, wie es nötig wäre. Wenn deshalb die Zahl der Selbstzahler anscheinend wieder sinkt, kein Wunder.

Intensive Pflege ist teuer. Und dazu braucht es die Allgemeinheit, den Sozialstaat. Konkret übernimmt die Sozialhilfe das, was zu viel ist. Das gilt auch im ambulanten Bereich, zum Beispiel für diese gute Demenz-WG, über die ich neulich geschrieben habe. Da müssen auch die Angehörigen ersten Grades ihren Beitrag leisten, aber es gibt Grenzen, so dass es – ich sag’s hier im Blog mal locker ohne Beispielzahlen – nicht so schlimm für sie ist.

Wer genug Geld hat, der muss es dafür aufwenden, klar. Dennoch  ist die Pflegeversicherung die große Vermächtnis-Schon-Aktion. Eine einfache Rechnung – der Zuschuss wird gezahlt, der Betrag geht nicht vom Erbe ab.

Wenn angesichts dieser Nachricht die Idee ins Gespräch gebracht wird, Pflegeheime ins Ausland zu verlagern wie die Autoteileproduktion, dann steckt ein klares politisches Interesse dahinter. Erstens die Idee, dass ein stabiles Sozialsystem nötig ist, zurückdrängen. Das ist schon bei der allgemeinen Diskussion um die Zuschussrente so. Und zweitens jede Regung, dass Pflegekräfte besser gestellt werden müssten, im Keim ersticken. Es ist ja kein Geld da! Die armen Alten! Wer wird da so selbstsüchtig sein und an die Geldbeutel der Pflegekräfte denken!

Als letztes will ich die positive Seite sehen: Es ist völlig richtig, angesichts der Hilfsbedürftigkeit am Lebensende auch zu rechnen und kreativ zu werden. Der Sohn, der zuerst seine Mutter und andere Alzheimerkranke in Thailand untergebracht hat, hat dort seinen Lebensmittelpunkt. Oder angesichts der Krise in Spanien und Griechenland kann der Gesetzgeber sicher seine Bestimmungen für die Zahlung von Pflegeversicherung und Hilfe zur Pflege durchleuchten, ob nicht für manche Deutschen, die dort hin gezogen sind und kaum Kontakte in der Heimat haben, vor Ort besser Hilfe organisiert werden kann als dass sie zwangweise zurückkommen. Das müsste dann aber entschlossen angegangen werden. Die Probleme dürften nicht allein bei den Auslandsgemeinden und Konsulaten landen.

Sonst ist es ein Nebelkerzenwerfen. Und das hilft niemand.

Wie werbe ich auf dem Sonnenberg?

Ich halte einen kleinen Workshop in meinem Stadtteil.

Wer auf dem Sonnenberg ein Angebot macht, sei es kommerziell in Gewerbe und Dienstleistung oder im kulturellen oder sozialen Bereich, steht vor der Frage: Wie erreiche ich die Interessierten? Wie mache ich mein Angebot bekannt? Bei der Antwort hilft es zu wissen, wie sich die Sonnenberger über Angebote im Stadtteil informieren.

Auf diese Frage gibt die aktuelle repräsentative Bewohnerbefragung eine Antwort. Der Workshop informiert über die Befragungsergebnisse und stellt sie in den größeren Zusammenhang von Marketing und Werbung.

Die Teilnehmer werden angeregt, eigene Beispiele und Fragen einzubringen, so dass nützliche Tipps erarbeitet werden können.
Das ganze findet statt in der „KonzeptBar“. Das ist ein Ladenlokal in der Fürstenstr. 41, das für zwei Monate vom Projekt Gewerbemanagement genutzt wird.

Da ich von Gewerbemanager gefragt wurde und zugesagt habe, hoffe ich nun auf eine nette kleine Runde. Es gibt die Gelegenheit, kostenlos und ohne Verkaufsabsichten diese Beratung zu kriegen.  Da ich zur Zeit nichts mit PR mache, ist das ein außergewöhnliches Angebot.

Und da mir die Läden bei uns am Herzen liegen, trage ich gern zu ihrem Florieren mehr bei als nur als Kundin.

89 Kommentare gelöscht – und wie Twitter beginnt zu nerven

Gerade habe ich auf der www.sonnenberg-chemnitz.de 89 Kommentare aus dem Filterprogramm geprüft und gelöscht. Kompletter Mist zu unterschiedlichsten Themen. Das muss man ansehen, sonst rutscht einem etwas durch. Denn Rechtschreibfehler allein wären für mich kein Grund, sofort auf Spam zu tippen.

Direkt witzig war das hier aus der Philosophie-Religion-Kiste, wo es um Sprache geht:

sagt:.. so wie Humadboldt meinte „Der Mensch ist nur Mensch durch Spraadche“. Dadurch dass wir biceezhadnen und unteradscheiadden, schafadfen wir die Welt. Die Frage nach wahr und falsch bleibt denadnoch unbeadantadwortadbar. Denn ob unsere Konadstrukadtion auch eine wahre Entadspreadchung hat kann von unseadrem Beobadachadteradstandadpunkt aus nicht mehr objekadtiv beuradteilt weradden.Da durch die getrofadfene Unteradscheiaddung der „unmaradked space“ veradlasadsen wird, machen wir uns selbst zum Menadschen, der nicht anders kann als ste4naddig zu unteradscheiadden, zu ordadnen, zu soradtieadren und somit dann in ste4naddiadger Selbstadbeadzfcgadlichadkeit Paraaddoadxien zu schaffen.Dass am Anfang das Wort war ist fcbriadgens nicht fcberadreadliadgif6s sonaddern erhe4lt im Johanadnesadevanadgeadlium seine Entadspreadchung in Jesus Chrisadtus. …

Naja, jedenfalls frage ich mich: Wer macht sowas? Wer veranlasst das? Was soll das?

Ich sehe das mit den Kommentaren so: Klar gibt es die großen und lange und intensiv gepflegten Blogs, die eine kommentierende Communitiy um sich scharen. Aber wenn ich sehe, wie selten ich mir selbst die Mühe mache und die Zeit nehme, etwas zu kommentieren – und vor allem dann wieder reinzugehen und den Dialog weiterzuführen – dann warte ich hier nicht auf Kommentare.

Die Funktion finde ich ganz wichtig als Möglichkeit. Schließlich habe ich Ohren, nicht nur einen Mund. Aber wenn ich von jemand mündlich höre, dass er meinen Blog liest, oder wie vor einiger Zeit mal ein Zitat in einem Artikel in der Zeitung wiederfand, dann ist mir das Resonanz genug. Wichtiger finde ich, selbst zu Leuten zu gehen, nachzufragen, mit ihnen im Gespräch zu sein, zu lesen, was sie anderswo schreiben.

Auf Twitter ist das was anderes, da schaue ich nach den RT’s und Antworten. Danke an alle Follower! Das ist ein schnelles und kurzes Medium. Und Facebook? Ja, die Frage musste kommen. Ehrlich gesagt, es kann nett sein, manche Kontakte und Dialoge führen wirklich weiter, aber die Umgebung dieser Plattform gefällt mir nicht. Wieviele Funktionen man sorgfältig aus-x-en muss, um halbwegs im Rahmen des Nervkram (Mails) und Datenschutz zu bleiben.

Übrigens, Twitter hat auch schon mit dieser Art begonnen, „…haben Tweets für dich“.  Da möchte ich schreien: JA, MAMA, wenn ich was will, dann gucke ich da selbst rein! Vielleicht hat mich meine Mutter zu gut zu Selbständigkeit erzogen, dass ich nicht dauernd mit solchen Hiinweisen genervt werden will. Wo kann ich das abschalten? Bitte kommentiert das mal…

 

Sachsen will nicht „Big Brother“ sein

Zuletzt schrieb ich im Juni über den beabsichtigten Kauf einer Schnüffelsoftware durch den Freistaat Sachsen: „Ich bin gespannt, ob und wie sich diese Nachricht verbreitet. Als bekannt wurde, dass die Schufa soziale Netzwerke nutzen will, gab das ja einen deutlichen Abwehrsturm.“

Nun, es musste doch das gute alte Sommerloch kommen und eine klassische Pressemeldung, bis wirklich jemand reagierte. Und einen Tag später Staatskanzleichef Beermann das Projekt für beendet erklärte. Der Tweet von Johannes Lichdi am 20. Juni mit seiner Anfrage war erst mal untergegangen. So viel zum Verhältnis alter und neuer Medien.

Die Begründung von Beermann, mit der er im MDR zitiert wurde, ist allerdings leider auch peinlich: „Die Frage sei gewesen, warum man Geld für eine Suchmaschine ausgeben solle, wo doch jeder mit herkömmlichen Mitteln selbst im Internet suchen könne, begründete Beermann seine Entscheidung. „Das ist nichts, wofür man Geld ausgeben muss.“

Lieber Herr Beermann, so eine Software bietet schon mehr als wenn Sie heute mal kurz Sachsen und Software in der Google-Newssuche eingeben. Wissen Sie das wirklich nicht?

Das wäre eine Gelegenheit gewesen, dem Bürger zu sagen, dass man ihn nicht ausspionieren will und deshalb das Projekt stoppt.

Aber ich will mich erst mal freuen. So ein deutliches Beispiel, was man auch aus der Opposition erreichen kann!

Herr Beermann, jetzt haben Sie viel Geld gespart. Fragen Sie die Bürger doch mal nach Ideen, was man damit machen kann. Die sagen Ihnen das bestimmt gern.

Schnüffelsoftware von Google und Sachsen

„Interessante Trends in Ihrer Webaktivität beobachten

Welche Websites rufe ich häufig auf? Wie viele Suchen habe ich zwischen 10:00 Uhr und 14:00 Uhr durchgeführt? Webprotokoll gibt Ihnen Auskunft hierüber und enthält weitere interessante Informationen zu Trends bei Ihrer Webaktivität.“-

Das verspricht Google mir, wenn ich mein Webprotokoll wieder aktiviere. Als Google+ aufkam, habe ich mich damit beschäftigt und festgestellt: Man kann da etwas tun, um den eigenen Datenschutzkriterien zu genügen.

Ausprobieren: Jeder, der sich schon mal bei Google angemeldet hatte, um irgendeinen Dienst zu nutzen, für den wird zum Beispiel gesammelt, welche Suchanfragen er/sie gestartet hat. Da kann man schon einiges über die Interessen herauslesen. Aber man kann recht einfach alle Häkchen der Zustimmung entfernen.

Denn ich lege keinen Wert darauf, dass mir irgendwann Google voraussagt, wie ich mich entscheiden werde – wie jemand von der Firma mal in einem Interview ankündigte.

Gestern schreckte mich die Nachricht auf, dass Facebook face.com gekauft hat und dann noch besser Personen markieren kann. Picasa macht das ja auch. Da waren auf einmal alle Urlaubsfotos von Menschen – samt der Masken in der Museumsvitrine – zum Benamen präpariert.  Gruselig finde ich das. Wenn ich mal dement bin, dann mag das nützlich sein, die Gesichtserkennungssoftware, die mir den Namen derer, die mir begegnen, auf das Display am Rollator aufblendet. Oder werde ich darauf verzichten wollen?

Jetzt auf jeden Fall noch schnell auf Facebook gucken, dass ich auch alles deaktiviert habe, was mit der Markierung zu tun hat. Und dann den Link zu diesem Blog teilen, dass niemand denkt, ich sei unhöflich…

Sachsen will Software für Blogosphäre-Monitoring

Jetzt überlege ich:  Wie verhält sich dies Datensammeln über mich, was vorgeblich für mich ein Service sein soll, aber klar dem Verkaufen dient, zu dem, was mein Freistaat plant? Ich zitiere aus der Ausschreibung der Staatskanzlei:  „Bereitstellung einer bereits vorhandenen Software zur Beobachtung (Monitoring) der Kommunikation in sozialen Netzwerken und der Blogosphäre (Social Web) für den Freistaat Sachsen; Betrieb der Software auf Rechnern des Auftragnehmers (Betreiberleistung); …..“ – Was wofür wie teuer will Sachsen da was kaufen, fragt sofort der Abgeordnete, für den ich arbeite. http://www.johannes-lichdi.de/datenschutz.html

Ich kann es immer noch nicht richtig glauben, dass Sachsen wirklich so etwas anschaffen will. Sicher, ich kenne Inhaltsanalysen und ihre Methoden, aber das macht ein demokratisches Bundesland doch nicht mit seinen Bürgern! Wer stellt denn da die Fragen? Und wer kriegt die Ergebnisse? Und was, verdammt, passiert dann damit?

Ich bin gespannt, ob und wie sich diese Nachricht verbreitet. Als bekannt wurde, dass die Schufa soziale Netzwerke nutzen will, gab das ja einen deutlichen Abwehrsturm. Irgendwie nervt es auch, dass man sagt, schon wieder Sachsen. Aber da wehre ich mich: Das liegt nicht an Sachsen, sondern an denen, die es derzeit und schon lange regieren. Wie  Antje Hermenau sagte: Die beste Imagekampagne für Sachsen wäre eine neue Regierung.

 

 

Wie Sachsen kommuniziert

An Tagen wie diesen tut es gut, wenn man einen kleinen Blog führt. Jetzt setze ich das Häkchen in der Kategorie Politik.

Aber natürlich schreibe ich hier nicht allgemein über Politik, sondern über Kommunikation in der Politik. Die läuft entweder:

  1. von alleine gut, weil da jemand glaubwürdig hinter Inhalten steht und die gut vermitteln kann.
  2. Oder nicht.

Dann gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. es wird nichts draus, er oder sie verliert
  2. es steht Macht und Geld dahinter, dann wird PR bezahlt. Teuer bezahlt. Teurer als alle Spendenfinanzierten NGO’s es können.

An diesem Tag lese ich zwei Beispiele. Zum einen in der ZEIT über Tillichs Kommunikationsstil. Das läuft nicht gut.

Und was wird: Sachsen startet eine millionenteure Image-Kampagne.

Natürlich, ich weiß, der Umgang eines Ministerpräsidenten mit der Presse und das Image einer Region steht nicht in einem direkten 1:1-Verhältnis. Aber die Rolle des Chefs bei der Imageprägung darf man nicht unterschätzen. Offen, mutig selbstbewusst, ohne diese Eigenschaften kann auch ein Land sich nicht vermarkten. Dann bleibt man 08/15.

Wenn Tillich gestern nach dem Energiegipfel von dpa mit dem Spruch zitiert wird, dass man Energie kostengünstig produzieren solle, wo sie zur Verfügung steht, also Windkraft an der See und Braunkohlenstrom hier, dann braucht man sich nicht wundern, dass die Öffentlichkeit nicht so viel von der Forschungsleistung bei Energieeffizienz und EEG in Sachsen mitbekommt. (Übrigens, der Sprecher des hiesigen Technologieclusters eniProd, was wir bei der Chemnitzer Klimakonferenz im Poster dargestellt haben, ist jetzt zum Direktor des Fraunhofer-Instituts bundesweit gewählt worden. Ich bin irgendwie stolz, auch wenn ich nichts damit zu tun habe.)

Ich lese, dass Sachsen den Spruch „Wir können alles, außer Hochdeutsch“ abgelehnt hatte! So eine Fehlentscheidung kostet wirklich Millionen.

Das frustriert mich, merke ich. In Hamburg war auch keineswegs alles gold. Da haben mal ein paar Agenturen eine Image-Kampagne verfasst, pro bono, d.h. der Entwurf kost nix – die Umsetzung schon! Da ging es irgendwie um die „Stadt der Pfeffersäcke“. Kennen Sie nicht? Das blieb in der Schublade, zum Glück.

Ich möchte, dass Sachsen besser dasteht, dass all das Gute, was ich so begeistert entdecke, auch gepflegt und kommuniziert wird. Dafür engagiere ich mich.

 

 

 

Die Klangpinnwand

Heute zwischen einer sterbenslangweiligen Onlinearbeit und einem hoffentlich interessanten und unkomplizierten Artikel suche ich eine kleine Entspannung.

Und werde über Twitter mal wieder zur Klangpinnwand geführt. Ich sag’s mal so mit meinen Worten, Sie und Ihr könnt ja selbst nachgucken: Das ist eine Website, auf der jemand Fotos und Geräuschaufnahmen von unterschiedlichen Orten und Ereignissen eingestellt hat. Klänge, und zwar nicht Musik oder Sprache, sondern das, was ihm als akustische Eindrücke auffiel. Besonders liebe ich die Klänge in der Kategorie „Regionenklänge“ aus Chemnitz.

 Jetzt habe ich doch nachgelesen: Der Fotograf Frank Müller schreibt, dass er nicht schlafen kann, wenn es ganz ruhig ist, und so hat er Alltagsgeräusche als Einschlafhilfe aufgenommen! Na, das Problem hätte ich nicht.

Aber wie dem auch sei: Er hat daraus ein wunderbares schöpferisches Projekt gemacht. Wenn ich so einen Klang anklicke, dann sehe ich ein Foto und den kleinen Balken des Tonabspiel-Programms, das die Sekunden zählt, wie lange die Aufnahme noch dauert. Und anders als bei Fotos und Texten pur, die ich versuche, möglichst schnell zu erfassen, muss ich bei dem Klang dabei bleiben,  bis er zu Ende ist, wenn ich wissen will, was alles zu hören ist. Einen akustischen Thumbnail gibt es nicht.

Das hat so etwas Meditatives, verschafft einen Moment der Konzentration. Das tut gut.

Foto: Frank Müller (zum Klang der Art Mauer)

Mein Zuhause auf Twitter

Ich bin dabei, mir meinen eigenen Twitter-Zugang einzurichten. Bisher habe ich nur für andere oder für mich in einer Funktion getwittert. Jetzt werde ich verstärkt über meinen Namen 140-Zeichen-Botschaften absetzen. Dazu muss ich Leute sammeln, die mir „folgen“, das heißt, (vielleicht) lesen, was ich schreibe. Und ich sammle wiederum welche, denen ich folge. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Ich beginne mit denen, die ich schon aus der Politik kenne. Die werde ich ergänzen aus dem kirchlichen Umfeld. Und der Pflegeszene. Ob es da viele gibt, die twittern? Im Moment sicher noch nicht. (In der Chemnitzer Politik ist es auch noch sehr, sehr überschaubar.) Aber Fakt ist, Twitter gewinnt ständig neue Nutzer hinzu.

Und ich habe ja Zeit. Was ich jetzt anfange, das werde ich weiter entwickeln und für Jahre und Jahrzehnte nutzen. Das ist eine besondere neue Qualität. Seit es die Möglichkeit eigener Seiten und eigener Mailadressen gibt, hat man ein irdisches  Zuhause, was sich nicht mehr ändert. Vorausgesetzt, die Verhältnisse bleiben stabil und friedlich.

Das hat durchaus den Charakter einer Heimat, eines Zuhauses. Und für die, die mit mir Kontakt suchen, ist es die gute Geschäftslage, der Laden an der Ecke oder das Büro mitten in der Stadt. Willkommen!