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Generationswechsel

Ich mache immer gern etwas Neues. Umziehen, neue Aufgaben, das passt. Die erste Phase meines Berufslebens habe ich das in den beiden Stellen verwirklicht. Da gab es so viel Neues zu lernen und so viele neue spannende Herausforderungen, kein Wunder in der Medienwelt.

Hier in Chemnitz seit zwölf Jahren kamen dann innerhalb meiner freiberuflichen Existenz neue Aufgaben auf mich zu. Auch freiwilliges Engagement, denn solche Tätigkeiten sind genau so wertvoll. Lest dazu mal Nico Paech! Dessen Ideen lernte ich ziemlich am Anfang der Zeit in Chemnitz kennen, durch einen Vortrag in der Volkshochschule, den Manfred Hastedt organisiert hatte. Der übrigens seit gestern als Leiter des Umweltzentrums in Rente ist. Und weiter aktiv bleiben wird.

Bei mir ist natürlich die eigene Rente noch nicht in Sichtweite. Aber wenn ich immer neue Aufgaben begeistert anpacke – in der Politik, mit dem Verein Brückenbauer Chemnitz e. V. in der Flüchtlingshilfe – dann stellt sich die Frage: Und was machst du mit den alten Aufgaben?

Solche Fragen überhöre ich gerne … Staune nur mal, welche Hobbies es gibt, für die Menschen Zeit haben. Doch seit einiger Zeit tauchten junge Leute in unserem kreativen Stadtteil Sonnenberg auf, so Ende Studium, Anfang Berufstätigkeit, die in dem Bereich Stadtteil-Öffentlichkeitsarbeit aktiv wurden. Idee: Da könnte ich doch den Vertrag für die Sonnenberg-Website mit der Stadt abgeben, wenn ich ihn an eine kompetente Person übergeben kann?

Vielleicht war ich dafür durch eine Predigt in der Lutherkirche zum Generationswechsel sensibilisiert worden. Als ich Mitte der 80’er ins Arbeitsleben einstieg, war jemand mit 60 Jahren schon dabei, seinen Abschied aus dem Job zu planen. Oder die anderen planten für ihn, denn wir vielen Babyboomer drängten nach. Nach dem Medizin- oder Lehramtsstudium fanden meine Altersgenoss*innen keine Anstellung, stellt euch vor! Ich hatte die passende Nische mit meiner Biographie und bekam ohne lange Umwege eine richtige Arbeit. Heute ist das schwieriger, um so eher will ich ein Stück aktiv abgeben. Ein kleines Stück, muss ich ehrlicherweise sagen.

Das ist jetzt gelungen. Hier mein Abschieds-Posting. Ein gutes Gefühl, und ich bin gespannt, wie es mit der Website weiter geht.

 

 

#Corona: Das Risiko und die Nachrichtenlage

Baum

Noch eine Geschichte zum Baum*

„Weihnachten ist Kommunikation“ hieß mein erster vorweihnachtlicher Blogbeitrag hier 2012. Dass ich auch schon mal Weihnachten nur zu zweit ohne Festessen gefeiert habe und das in Anbetracht der wahren Weihnachtsgeschichte mit der Verkündigung der frohen Botschaft auch ok ist, schrieb ich damals. Und 2014 über die Krise der Innenstädte, dass der Weihnachtsmarkt wie in Chemnitz zwar für Atmosphäre sorgt, aber das Geld doch vermehr in den Onlinehandel fließt.

Und ähnlich kritische Anmerkungen in den folgenden Jahren, immer mit der Zuversicht, dass Gott doch mit seiner Welt seinen Weg geht. Dass der immer größere Feier- und Geschenkewettbewerb eher zu Stress führt statt zur Freude, auch das ist im Grunde ein Allgemeinplatz geworden.

Aber wie ist es, wenn wirklich die verzweifelten Versuche, eine Pandemie zu stoppen, die Weihnachtsfeiern ausbremsen? Darauf gibt es ehrlich keine Antwort. Jeder Antwortversuch wie s.o., dass es auch sein Gutes hat, führt zu neuen Fragen. Was ist mit den Flüchtlingen, zum Beispiel in der Erstaufnahme, die nicht mal selbst kochen können, die ihre „triftige Gründe“, das Gelände zu verlassen, nachweisen müssen. Oder die in einem Heim untergebracht sind und seit Monaten nicht mal niemand zu sich einladen dürfen. Oder die irgendwo in einem Land auf der Flucht hängen geblieben sind. Dann sind wir gleich bei den Alten im Pflegeheim, wo sich das „rundum versorgt und sicher“-Versprechen als Zwang zu Einsamkeit enthüllt.

„Es ist ein Risiko.“ Ich könnte jetzt schnell schreiben, dass das die eigentliche Frage der Menschheit ist, wie sie damit umgeht. War Eva risikobereit, als sie sich auf den Dialog mit der Schlange einließ? Wie viele Selbststände ohne dickes Finanzpolster haben sich das 2020 gefragt, als der Spruch „Wer wagt, gewinnt“ sich auf Grund vorher unbekannter Risiken als trügerisch entpuppte. Das macht die Nachrichtenlage spannend, das ist die Aufgabe an den Newsdesks: Die richtige Balance zu finden zwischen dem Neuen und dem Bekannten, das Neue in das Bekannte einzuordnen, die Geschichte weiter zu erzählen. Gerade in einer Zeit mit vielen festen Erzählmustern wie Weihnachten ist das eine Kunst oder Übungssache.

Jetzt brach aber ein neues Risiko, außerhalb der Raster stehendes, wie die Pandemie in die Nachrichtenlage ein. Nach dem Frühjahr dachten viele, das Thema sei durch. Aber mit der zweiten Welle hat es sich aufgefächert, die einen wollen sich schützen, solidarisch sein. Die anderen probieren den Aufstand, parieren die Nachrichten mit Leugnen und Forderungen nach perfekten Lösungen seitens der Politik. Und dazwischen die Betroffenen im medizinischen Betrieb oder auch auf den Friedhöfen, die verzweifeln, weil sie ihre Arbeit nicht schaffen. Und die Probleme der Geschäfte, Restaurants, Kunstschaffenden werden in diesem neu entfachten Konflikt zwischen Staat und #Coronaleugnern verdrängt.

Kaum kam eine gewisse Hoffnung durch Impfstoffe, die gute Nachricht vom Sohn eines türkischen eingewanderten Ford-Arbeiters (Da muss irgend etwas richtig gelaufen sein, dass es die Firma BioNTech gibt!), kaum kam diese Hoffnung, da ist die Rede von der vielleicht noch ansteckenderen Mutation aus Großbritannien.

Und damit sind wir auf dem besten Wege, die freie Zeit durch eingesparte Weihnachtsvorbereitungen oder letzte Bummel über den Weihnachtmarkt in die Medien zu stecken. In das Verfolgen der Kanäle, selbst posten, lesen, nachlesen, gründlicher lesen, mehr posten … .

Aber fand nicht das Ur-Weihnachten komplett am Rande der großen Nachrichtenlage statt? Noch nicht mal im Palast des Herodes, geschweige denn in den Machtzentren der damaligen Zeit wurde der Retter geboren?

Der Gedanke ermutigt mich, Weihnachten 2020 mehr am Rande des Nachrichtenstroms zu verbringen. Anderen zuzuhören, Beziehungen zu vertiefen. Allein oder gemeinsam (zum Beispiel in einem längeren Telefonat oder privaten Online-Meeting) auf die Botschaft der Engel in diese Zeit zu hören. Dem nachzusinnen.

„Aber das könntest Du doch auch öffentlich mit Deiner digitalen Person machen, gerade jetzt ist das wichtig“, meldet sich die innere Stimme. Nein, beides zugleich kann ich nicht. Das werden andere tun. Davon kenne ich viele. Gut, dass es Euch gibt. Frohe und gesegnete Weihnachten!

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*Ein Bild muss sein. Ein Screenshot vom Handy? Nein, einfach den Baum, den U. wie in den letzten Jahren geschlagen hat auf seinem Grundstück. Der in der Chemnitzer Brücke steht. Den S. geschmückt hat. Ohne klar zu haben, was drumherum passiert, denn eine Feier in der bekannten Form kann es nicht geben. Aber es ist ein Symbol.

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Weihnachten in #Chemnitz

Vor neun Jahren feierte ich das erste Mal Weihnachten in Chemnitz.

Damals war es das exotisch-liebenswerte Großstädtchen ganz weit hinten, unbekannt bei den meisten. Das Aschenputtel neben Dresden und Leipzig, so wie mein Stadtteil Sonnenberg der mit dem schlechten Ruf. Beide zeigten mir immer mehr seine guten Seiten. Alte und viele neue, die sich von sanierten Bauten bis zu einem bunteren Stadtleben mit neuen Bewohnern entwickelten. Und die ich erst mit dem privaten Blog und dann mit dem Auftrag der Sonnenberg-ÖA nach Kräften an die Öffentlichkeit brachte und bringe.

Doch da mit einem Mal wurde Chemnitz Ende August auf eine andere Stufe medialer Präsenz katapultiert. Der Sonntagmittag beim Stadtfest, als ich die Nachricht las, ein Mann sei von einem Flüchtling erstochen worden, weil er Frauen beschützen wollte. Später die Meldung der Polizei, der Grund sei nicht erwiesen, aber da war es schon zu spät. Schlimm genug, dass ein Mensch erstochen wurde, da hatte jemand bei der BILD auch noch ein Feuerzeug an ein Pulverfass gehalten. Auf dem Weg später ins Stadzentrum begegnete mir erst eine jüdische Einwanderin, dann eine in der Flüchtlingshilfe aktive gebürtige Libanesin, beide mitKopfschütteln, Entsetzen, was da in der Stadt los sei. Da war der erste Aufmarsch der rechten Hooligans und Konsorten gelaufen, mit der Hetzjagd auf Flüchtlinge an der Zentralhaltestelle. Als ich am Montagabend die Zeit bei den Freunden des Opfers verbrachte, lief die große rechte Demo, aus der heraus Gegendemonstranten angegriffenwurde, weil die Polizei nicht stark genug war. Schlimme Bilder waren zu sehen, wie Rechte zu einem aus seiner Wohnung filmenden jungen Flüchtling hochschauten und die Geste des Halsabschneidens machten.

Mit Zaher und Massumeh bei der Kundgebung der Kirchen am 2. September.

Das betraf mich in starkem Maße, zuerst als Vorsitzende derBrückenbauer Chemnitz e. V., als Mitstreiterin dieserFlüchtlingsarbeit. Dass der Osten für sie nicht so toll ist, mehr Fremdenfeindlichkeit, weniger Infrastruktur durch länger ansässige Landsleute, das fanden die Geflüchteten sowieso schon. Aber jetzt bekamen auch die Unerschrockenen Angst. „Dazu muss etwas gesagt werden auf der Kundgebung der Kirchen am Sonntag“, fand ich. Und wurde mit eingeladen, so dass Zaher Ataie, Sadegh Moussavi undMassumeh Banbertina und andere ihre Situation deutlich machenkonnten. Das Reden von mehr Abschiebung muss aufhören, das nehmendie Rechten nur als Bestärkung für ihre Angriffe, mahnte ich.

Stark engagiert war ich natürlich auch politisch, machte selbst bei Gegendemonstrationen mit. Wir mussten erleben, wie der Beamte, der eigentlich für den Schutz der Verfassung zuständig war, sich ins Zentrum einer Nebendiskussionstellte, ob es „Hetzjagden“ gegeben habe. Als ob wir nicht genug Straftaten typisch rechter Couleur erlebten in den kommenden Wochen.

Nein, abwiegeln hilft nicht, das wusste ich als Journalistin und langjährige Pressesprecherin genau. Mit dieser beruflichen Seite war ich auch wieder gefragt, obwohl ich erst recht keine Zeit hatte, selbst Artikel zu schreiben. Aber das Kölner Domradio interviewte mich, dort hatte jemand den Blog gelesen.

Und ich wurde von Flüchtlingen angesprochen, etwas in die Öffentlichkeit zu bringen. Zunächst bei einer schönen Geschichte, wie einige von ihnen einen Suizidanten vom Sprung in den Tod abgehalten hatten.Da war gerade ein Iraner auf der Schlossteichinsel von der Gruppe„Revolution Chemnitz“ verletzt worden: „Wir werden von Deutschen angegriffen, aber wir helfen Deutschen“, sagten sie.

Und dann, als der Besitzer des persischen Restaurants Safran attackiert wurde. Als ich mich 2015 an einer Serie politischer Friedensgebete in der Innenstadtkirche St. Jacobi beteiligt hatte, hatte ich den Besitzer mit seiner Unterstützerin dazu eingeladen. Es ging um Lage von Flüchtlingen aus dem Iran. Erst im April hatte er sein Lokal eröffnet. Als dort Scheiben eingeschlagen wurden, ein Hakenkreuz aufgeschmiert, telefonierten wir von derChemnitzer Brücke aus mit dem Wirt, als gerade unser Bürgerpolizist zur Sprechstunde da war. Kurze Zeit später war der Wirt selbst angegriffen worden. Er lag im Krankenhaus und war hin- und hergerissen zwischen der – auch seelischen – Verletzung und dem Gefühl, nicht aufgeben zu dürfen, „sonst hätten die Nazis gewonnen“. In diesen Tagen durfte ich ihn bzw. die kleine Truppe inseinem Lokal begleiten, helfen, mit dem Medienansturm klarzukommen – eine besondere Etappe meiner Krisen-PR. Und erlebte, wie er wieder genas und zum starken Sprecher wurde. Wenn er seinen Satz zum x. Malewiederholte, dass 90 Prozent der Chemnitzer nicht böse seien, dann war er viel glaubwürdiger als die Empörten, die sich über dieMedien aufregten.

Auch selbst wurde ich gefragt, sprach mit Journalistinnen und Journalisten, gerne in der Chemnitzer Brücke. Oft war es mehr ein Hintergrundgespräch, ich vermittelte andere Partner, zum Beispiel Thaer Ayoub, der als Syrer für seine neue Heimat Chemnitz kämpft. Manchmal wurde ich auch selbst zitiert.

Durch die Dramaturgie der rechten Angriffe, einer nach dem anderen, danach der 9. November, dann der Besuch der bei den Rechten verhassten Kanzlerin, war für die „Weiterdrehe“ gesorgt.

Und jetzt kommt Weihnachten – wieder ein Anlass, nach #Chemnitz zu schauen, weil der Kontrast zum Weihnachtsmarkt so prägnant ist. „Mölln“ und „Rostock-Lichtenhagen“ sind Symbole geworden, da hat es meine Stadt noch besser, weil hier mehr los ist. Wir müssen nur entschieden fremdenfreundlich handeln, nicht bloß abwarten, dass es „wieder ruhig wird“. Ob das gelingt? Wir beten dafür.

Freunde aus der Chemnitzer Brücke basteln Sterne mit Kindern und Erwachsenen im Tietz bei der Interkulturellen Weihnachtsfeier.

Weihnachten feiere ich wie in den Vorjahren mit Flüchtlingen. Wir feiern den Geburtstag von Jesus, den etliche zu ihrer Freude als Erlöser kennen gelernt haben. Ich war in diesem Jahr öfters bei Taufen zu Gast. Ja, es sind nicht so helle Zeiten der Geschichte wie vor neun Jahren, als ich mitten im der ungetrübten Feierfreunde „20 Jahre friedliche Revolution“ hier ankam. Ja, wir brauchen Hilfe, die Chemnitzer Brücke wünscht sich Spenden. Aber ich fühle mich am richtigen Fleck. Es war ein anstrengendes Jahr. Immer wieder werde ich danach gefragt, gerade in dieser weihnachtlichen Zeit. Hier erzähle ich. Und wünsche von Herzen eine aufmerksame Adventszeit und fröhliche Weihnachten.

Mit Flüchtlingen direkt kommunizieren

Eine neue Zielgruppe ist im Land. Oder Dialoggruppe, wie manche sagen. Das passt hier besonders gut, denn es geht um den Dialog: mit den Flüchtlingen. In den Angelegenheiten, die sie betreffen, ihren Weg in die deutsche Welt zu finden. Sie sind angekommen, wurden im besten Fall willkommen geheißen. Aber dann sind viele Schritte zu tun. Was und wie, erfahren sie meistens nicht direkt, sondern über Multiplikatoren, berufliche oder ehrenamtliche Betreuer. Das ist ein Nadelöhr. Der Betreuungsschlüssel 1:80 hier für Flüchtlinge in der eigenen Wohnung reicht höchstens für die dringenden bürokratischen Angelegenheiten. Und wenn das Asylverfahren abgeschlossen ist – dann haben sie diese Betreuung nicht mehr (falls nicht nette Menschen einfach ehrenamtlich weiter helfen.)

Für deutsche Zielgruppen gibt es Infokampagnen zuhauf. Zum Beispiel, um Berufsorientierung zu bieten. Wenn da ein Absender ist und ein Etat, na, dann wird etwas ins Netz gestellt, werden Broschüren gedruckt. Es werden Veranstaltungen konzipiert, durchgeführt… Alles gut, nur für Flüchtlinge gibt es das so gut wie gar nicht.

Rühmliche Ausnahme: In Chemnitz findet morgen zum 5. Mal die Integrationsmesse statt. Letztes Jahr, als schon merklich mehr Flüchtlinge da waren, haben wir mit syrischen Nachbarn und Besuchern der Brücke diese Messe besucht. Da fiel allerdings auf, dass es kaum fremdsprachiges Angebote gab. „Ja, die müssen ja erst mal Deutsch können, wenn sie bei uns arbeiten wollen“, war die Antwort auf meine Frage nach arabischen Flyern.

Natürlich, aber warum muss man erst Deutsch können, bevor man eine Chance bekommt, das deutsche System, wie man Arbeit findet, auch nur ansatzweise zu verstehen? Brauchen wir nicht alle eine Vision von dem, was wir erreichen können, um motiviert zu sein, uns dafür anzustrengen?

Um deutschen Boden zu betreten, dafür haben die Flüchtlinge meist große Anstrengungen auf sich genommen. (Geleitet waren sie auch von viele Gerüchten – mehr dazu in diesem Artikel. Aber angesichts sich ständig ändernder Asylgesetze gab und gibt es auch schwer wenig hieb- und stichfeste Aussagen. Eine Info-Kampagne sollte nicht abschrecken, sondern helfen.)

Um hier Arbeit zu finden außer den üblichen Jobs im Imbiss eines Freundes, brauchen sie echte Informationen. Wie erreicht man sie?

  • Flyer und Broschüren haben die bekannten Nachteile: teuer, unflexibel in der Distribution, schnell veraltet – und schnell verkramt, verloren.
  • Websiten sind oft auf dem Smartphone schwer zu lesen, die Links bis zu dem einen .pdf auf arabisch kaum zu finden, wenn das ganze Menü auf deutsch ist
  • Deshalb ist international Facebook erfolgreich, also habe ich den Facebookauftritt https://www.facebook.com/christian.bruckenbauer gestartet. Extra als Personenseite, denn die Freundschaft, die Beziehungen, sind in den nicht-westlichen Kulturen ja sehr wichtig. Eine Veranstaltung zu besuchen, bloß weil man ein Plakat gesehen hat – eher nicht. Eingeladen zu sein, möglichst persönlich und mehrfach, das klappt eher.

Um Informationen zu vermitteln, haben wir uns als „Brückenbauer Chemnitz e. V.“ mit praktischen Projekten beteiligt. Wir starteten mit der Veranstaltung „Wie finde ich Arbeit?“

Zum anderen speziell mit dem Thema Pflege. Das Projekt „Nachwuchs für die Pflege“ ist in vollem Gange. Im Juli dürfen wir eine Pflegeeinrichtung besuchen. Das Interesse ist da.

 

 

Wollen Sie eine Revolution ohne Lachen machen?

Danke, Agentur Punkt191, für diese Aktion. Und besonders für das Beuys-Zitat s.o.

Da gibt’s eine ordentliche Summe Geld, da gibt’s eine prominente Fläche, da gibt’s etwas zu gestalten, und was macht die Stadt? 60.000 Euro für diese Stämme nach Berlin vergeben. (Ich habe wirklich nichts gegen solche Kunst, aber irgend eine Hilfe zum Verständnis hätte man den Chemnitzerinnen und Chemnitzer schon geben müssen. Vor den Kunstsammlungen steht auch eine besondere Bank, aber darauf kann man sitzen, darüber regt sich niemand auf.)

Ich würde die Reichweite von einem Stern-TV-Beitrag nicht so hoch ansiedeln, aber klar, dass das nicht unkommentiert bleibt. Und bei denen, die nicht lachen, eher die Politikverdrossenheit fördert als die Revolution.

Es zeigt mir, wie wichtig die Arbeit unseres Branchenverbandes Kreatives Chemnitz ist: Welche Standards gibt es für solche Aufträge im öffentlichen Raum? Die Kommunikation muss mitbedacht werden.

Wochenendspiegel: Gute Wünsche zum Neustart

Wenn ich so die Branchenmagazine lese, Print-Krise überall, da erschien es mir wie eine Randnotiz, als ich im Juli vom Aus des Wochenspiegel erfahren hatte. Schade, aber unausweichlich. Doch heute morgen bekam ich eine Mail mit einer Frage, die sich auf einen Artikel im „Wochenendspiegel“ bezog.

Was ist das denn, hat der Schreiber sich vertippt? Aber den Wochenspiegel gibt es doch nicht mehr?

Ich habe kurz im Netz gesucht, aber nichts gefunden. (Das war eine Stunde, bevor Kollege Starowy im Flurfunk darüber geschrieben hatte.) Also beim Rausgehen auf den Treppenstufen geguckt, und wirklich: Da liegen zwei Zeitungen mit dem Titel vor der Tür. Die Ähnlichkeit mit dem Wochenspiegel ist unverkennbar. Passt zu dem Projekt, dass nichts im Netz veröffentlicht wird, bevor nicht alle 85.510 Exemplare aus der Berliner Druckerei verteilt sind.

Unter dem Titel „Rauschen im Blätterwald“ lese ich: …“dass sich eine engagierte Gruppe ehemaliger Wochenspiegel-Mitarbeiter zusammen geschlossen hat, um zu beweisen, dass auch in einer sich wandelnden Medienlandschaft Platz für eine zweite Wochenzeitung ist – neben den derzeitigen Möchtegernmonopolisten ….“ kein Seitenhieb, schon ein Schlag auf die Freie Presse, zu welcher auch das Anzeigenblatt Blick gehört.

Richtig befreiend, solche kritischen Töne. Auch dass der offizielle Grund für das Aus, der Mindestlohn für Zusteller, „fadenscheinig“ genannt wird, weil der Mindestlohn erst in voller Höhe ab 2017 gelte.

Also Hut ab! Diesen Mut zu haben, das ist wirklich frischer Wind im Chemnitzer Blätterwald. Da schließe ich mich den guten Wünschen zum Neustart gern an. Das wichtigste ist die Medienvielfalt.

Aber auch dieses „wir lassen uns nicht unterkriegen, wir machen es ganz anders“ fasziniert mich.  Zum Beispiel dass man auch über den Geschäftsführer Olaf Haubold praktisch nichts im Netz findet. Ein Detail entdecke ich auf der Seite seiner Agentur: die haben mit dieser sehr guten Broschüre über ein vor dem Zusammenbruch gerettes Waldlokal zu tun. Die Broschüre habe ich vor fünf Jahren gekauft und freue mich seitdem, wie das Lokal floriert. Das ist doch schon ein gutes Omen für den Wochenendspiegel!

 

 

 

Dort bitte kommentieren, nicht hier!

Ich habe die Kommentarfunktion hier abgeschaltet. Ich habe mich über Reaktionen auf meinen Weihnachtsblog gefreut. Er regte an, wurde sogar ausgedruckt und vorgelesen. Aber das sind keine öffentlichen Kommentare. Dafür ist weyandt.de gar nicht gedacht.

Dafür empfehle ich die Seite meines Stadtteils, mit der mich seit 1.1.2013 ein neuer Auftrag verbindet.  Da verfolge ich alles und würde mich freuen, wenn sich viele beteiligen.

Wie werbe ich auf dem Sonnenberg?

Ich halte einen kleinen Workshop in meinem Stadtteil.

Wer auf dem Sonnenberg ein Angebot macht, sei es kommerziell in Gewerbe und Dienstleistung oder im kulturellen oder sozialen Bereich, steht vor der Frage: Wie erreiche ich die Interessierten? Wie mache ich mein Angebot bekannt? Bei der Antwort hilft es zu wissen, wie sich die Sonnenberger über Angebote im Stadtteil informieren.

Auf diese Frage gibt die aktuelle repräsentative Bewohnerbefragung eine Antwort. Der Workshop informiert über die Befragungsergebnisse und stellt sie in den größeren Zusammenhang von Marketing und Werbung.

Die Teilnehmer werden angeregt, eigene Beispiele und Fragen einzubringen, so dass nützliche Tipps erarbeitet werden können.
Das ganze findet statt in der „KonzeptBar“. Das ist ein Ladenlokal in der Fürstenstr. 41, das für zwei Monate vom Projekt Gewerbemanagement genutzt wird.

Da ich von Gewerbemanager gefragt wurde und zugesagt habe, hoffe ich nun auf eine nette kleine Runde. Es gibt die Gelegenheit, kostenlos und ohne Verkaufsabsichten diese Beratung zu kriegen.  Da ich zur Zeit nichts mit PR mache, ist das ein außergewöhnliches Angebot.

Und da mir die Läden bei uns am Herzen liegen, trage ich gern zu ihrem Florieren mehr bei als nur als Kundin.

89 Kommentare gelöscht – und wie Twitter beginnt zu nerven

Gerade habe ich auf der www.sonnenberg-chemnitz.de 89 Kommentare aus dem Filterprogramm geprüft und gelöscht. Kompletter Mist zu unterschiedlichsten Themen. Das muss man ansehen, sonst rutscht einem etwas durch. Denn Rechtschreibfehler allein wären für mich kein Grund, sofort auf Spam zu tippen.

Direkt witzig war das hier aus der Philosophie-Religion-Kiste, wo es um Sprache geht:

sagt:.. so wie Humadboldt meinte „Der Mensch ist nur Mensch durch Spraadche“. Dadurch dass wir biceezhadnen und unteradscheiadden, schafadfen wir die Welt. Die Frage nach wahr und falsch bleibt denadnoch unbeadantadwortadbar. Denn ob unsere Konadstrukadtion auch eine wahre Entadspreadchung hat kann von unseadrem Beobadachadteradstandadpunkt aus nicht mehr objekadtiv beuradteilt weradden.Da durch die getrofadfene Unteradscheiaddung der „unmaradked space“ veradlasadsen wird, machen wir uns selbst zum Menadschen, der nicht anders kann als ste4naddig zu unteradscheiadden, zu ordadnen, zu soradtieadren und somit dann in ste4naddiadger Selbstadbeadzfcgadlichadkeit Paraaddoadxien zu schaffen.Dass am Anfang das Wort war ist fcbriadgens nicht fcberadreadliadgif6s sonaddern erhe4lt im Johanadnesadevanadgeadlium seine Entadspreadchung in Jesus Chrisadtus. …

Naja, jedenfalls frage ich mich: Wer macht sowas? Wer veranlasst das? Was soll das?

Ich sehe das mit den Kommentaren so: Klar gibt es die großen und lange und intensiv gepflegten Blogs, die eine kommentierende Communitiy um sich scharen. Aber wenn ich sehe, wie selten ich mir selbst die Mühe mache und die Zeit nehme, etwas zu kommentieren – und vor allem dann wieder reinzugehen und den Dialog weiterzuführen – dann warte ich hier nicht auf Kommentare.

Die Funktion finde ich ganz wichtig als Möglichkeit. Schließlich habe ich Ohren, nicht nur einen Mund. Aber wenn ich von jemand mündlich höre, dass er meinen Blog liest, oder wie vor einiger Zeit mal ein Zitat in einem Artikel in der Zeitung wiederfand, dann ist mir das Resonanz genug. Wichtiger finde ich, selbst zu Leuten zu gehen, nachzufragen, mit ihnen im Gespräch zu sein, zu lesen, was sie anderswo schreiben.

Auf Twitter ist das was anderes, da schaue ich nach den RT’s und Antworten. Danke an alle Follower! Das ist ein schnelles und kurzes Medium. Und Facebook? Ja, die Frage musste kommen. Ehrlich gesagt, es kann nett sein, manche Kontakte und Dialoge führen wirklich weiter, aber die Umgebung dieser Plattform gefällt mir nicht. Wieviele Funktionen man sorgfältig aus-x-en muss, um halbwegs im Rahmen des Nervkram (Mails) und Datenschutz zu bleiben.

Übrigens, Twitter hat auch schon mit dieser Art begonnen, „…haben Tweets für dich“.  Da möchte ich schreien: JA, MAMA, wenn ich was will, dann gucke ich da selbst rein! Vielleicht hat mich meine Mutter zu gut zu Selbständigkeit erzogen, dass ich nicht dauernd mit solchen Hiinweisen genervt werden will. Wo kann ich das abschalten? Bitte kommentiert das mal…

 

Die Klangpinnwand

Heute zwischen einer sterbenslangweiligen Onlinearbeit und einem hoffentlich interessanten und unkomplizierten Artikel suche ich eine kleine Entspannung.

Und werde über Twitter mal wieder zur Klangpinnwand geführt. Ich sag’s mal so mit meinen Worten, Sie und Ihr könnt ja selbst nachgucken: Das ist eine Website, auf der jemand Fotos und Geräuschaufnahmen von unterschiedlichen Orten und Ereignissen eingestellt hat. Klänge, und zwar nicht Musik oder Sprache, sondern das, was ihm als akustische Eindrücke auffiel. Besonders liebe ich die Klänge in der Kategorie „Regionenklänge“ aus Chemnitz.

 Jetzt habe ich doch nachgelesen: Der Fotograf Frank Müller schreibt, dass er nicht schlafen kann, wenn es ganz ruhig ist, und so hat er Alltagsgeräusche als Einschlafhilfe aufgenommen! Na, das Problem hätte ich nicht.

Aber wie dem auch sei: Er hat daraus ein wunderbares schöpferisches Projekt gemacht. Wenn ich so einen Klang anklicke, dann sehe ich ein Foto und den kleinen Balken des Tonabspiel-Programms, das die Sekunden zählt, wie lange die Aufnahme noch dauert. Und anders als bei Fotos und Texten pur, die ich versuche, möglichst schnell zu erfassen, muss ich bei dem Klang dabei bleiben,  bis er zu Ende ist, wenn ich wissen will, was alles zu hören ist. Einen akustischen Thumbnail gibt es nicht.

Das hat so etwas Meditatives, verschafft einen Moment der Konzentration. Das tut gut.

Foto: Frank Müller (zum Klang der Art Mauer)