Als Expertin zu „zukunft.pflegen+begleiten“

Im Juni gibt es einen Kongress mit dem Titel „zukunft.pflegen+begleiten“. Es ist der 3. Kongress für Lernende und Studierende in Pflege und Assistenz. Dazu haben sich alle aus Pflege und Behindertenhilfe der Diakonie zusammengetan, angeführt vom Deutschen Evangelischen Krankenhausverband. Für den Nachwuchs gibt man sich viel Mühe. Der Hauptteil des Kongresses wird von „Open-Space-Foren“ gebildet. Die Mädels und Jungs können einfach von einem Thema zum anderen laufen, so lange stehenbleiben und mitdiskutieren, wie es ihnen etwas bringt. So stelle ich es mir jedenfalls vor. Ich bin als Expertin zum Forum „Ora et labora – unsere Arbeit und was sonst noch vom Himmel fällt“ eingeladen.

Ich muss jetzt vorab für die Kongressseite ein Statement formulieren, was mich mit dem Kongress verbindet, was ich den Teilnehmenden wünsche und  wo meine Schwerpunkt zum Thema liegen. Also, was ich als Journalistin mit Schwerpunkt Pflege und Gesundheitswirtschaft zu Spiritualität, Religionen, Umgang mit dem Sterben, mit Emotionen etc. zu sagen habe.

Spannend! Als Journalistin frage ich gern mal nach der Motivation von Leuten in der Pflege. Oder zitiere sie, wenn sie von sich aus etwas davon äußern. Aber dass so etwas direkt auf einem Kongress angesprochen wird, ist noch recht neu. Auch bei einem der Diakonie.  Mal sehen, wie das Thema überhaupt ankommt, wie viele sich dazu anmelden.

 

Wer redet da?

Das Bild von einem „Barcamp“ im Mai 2010 fiel mir bei der Arbeit an meiner Website in die Hände. Ich kündige meinen Workshop an. Der Organisator sorgt für den Ton. (Bei einem Barcamp kann man sich spontan mit einem Thema um Mitmacher bewerben.)

Mir ging es um die verschiedenen Identitäten im Internet. Es war eine sehr interessante Runde. Da waren etliche, die älter waren als ich, aber schon viel mehr Erfahrung in Online-Communities hatten. Über evangelisch.de waren wir zusammengekommen.

„Authentizität“ habe ich als Empfehlung mitgenommen. Deshalb bin ich froh, jetzt bald die eigene Seite veröffentlichen zu können.  Denn die Frage nach dem Absender der Kommunikation ist immer wichtiger, je mehr Botschaften durch unseren Alltag schwirren.

Ich selbst als Leserin

Heute mache ich mich daran, die Seite weiter zu bearbeiten. Das dauert – weil ich ins Schmökern gerate. Beim Verlinken der alten Artikel wieder reinschaue, nachlese. Manche gefallen mir richtig gut, bei anderen kommt mir jetzt im Nachinein die Idee, wie die Geschichte hätte runder werden können.

Ich denke auch an Leute, über die ich geschrieben habe. Von einigen weiß ich, dass sie nicht mehr leben. Über andere werde ich wieder einmal etwas schreiben. Wie ging es weiter? Diese Frage ist gerade beim Älterwerden berechtigt. Taugen die Lösungen?

Pflege & Gesundheitswirtschaft

Das Thema Alter und Pflege kommt. Für jeden. Für alle. Deshalb ist es mein Lieblingsthema. Ich kenne die Fachdiskussionen. Und als Vertreterin der „Babyboomer-Generation“ weiß ich: Jetzt wird gestaltet, wie wir selbst einmal im Alter leben werden. Deshalb rede und schreibe ich darüber. Hinter jeder Zahl aus der Bevölkerungspyramide steht ein Mensch. Und hinter jedem Menschen Zahlen – die Gesundheitswirtschaft.

 

 

Politik & Engagement

Was liegt mir mehr? Zu beobachten und das Beobachtete weiter zu erzählen? Oder selbst aktiv zu sein, zu helfen, etwas zu verändern? Die meiste Zeit habe ich beides in Pressearbeit, Marketing und Fundraising miteinander verbunden. Seit meinem Wechsel nach Sachsen 2009 trenne ich und intensiviere beides umso mehr. Zehn Jahre zuvor bin ich Mitglied bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN geworden. Nun bin ich Vorsitzende (gründeutsch: Sprecherin) des Stadtverbandes Chemnitz.

Diakonie & Kirche

Als Christin habe ich mich schon im Studium für Medien und Kommunikation im Umfeld der Kirche interessiert: für Kirchenzeitungen geschrieben, meine Magisterarbeit über den evangelischen Gemeindebrief verfasst und mein Politik-Examen über die kirchliche Medienpolitik an der Schwelle zum Privatrundfunk absolviert.

Dann kam ich nach Bethel und entdeckte die Diakonie. Und alles, was ich in dem weltweit bekannten Sozialunternehmen noch nicht gelernt hatte, begegnete mir als Pressesprecherin und Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Diakonie in der Weltstadt Hamburg.

Klar, dass ich bei Diakonie und Kirche firm bin. Nicht nur im evangelischen Bereich: Ich „spreche“ auch katholisch, freikirchlich, orthodox.

Cui bono? – Was wir daraus lernen können

Vorgestern hatte das Sachsen-Fernsehen einen Sturm der Entrüstung entfacht über einen satirischen Chemnitz-Artikel. Die Freie Presse griff es auf, und das Sachsen-Fernsehen legte gestern in  einem Telefon-Interview mit dem Autor Michael Gückel nach.

Nur blöd, dass man sich vor dem Interview noch mal Teile des Textes vorlesen lassen musste und Bilder dazu angucken. Denn so gut war der Text nicht, und schon gar kein Script für eine schnelle Film-Doku.

Zwei Dinge finde ich bemerkenswert:

1. Ein Text, aus dem Zusammenhang gerissen, ist missverständlich. Und das auf jeden Fall bei der letzten Seite dieser Tageszeitung, die schon immer in vieler Hinsicht anders ist und anders sein will. Wetten, dass die Reaktionen nie so heftig gewesen wären, wenn alle erst die ganze Zeitung in die Hand genommen hätten und sich bis zur „Wahrheit“ durchgeblättert hätten?

2. Die meisten Reaktionen waren weit schlimmer als das, was der Autor geschrieben hat. Vorurteile oder schlechte Meinungen über meine Stadt und meinen Stadtteil sind eine willkommene Gelegenheit, einen Missionsversuch zu starten. Wie hier  Schreiber über den Journalisten und die taz hergefallen sind, das ist peinlich. Gerade das erschüttert meine Identifikation mit Chemnitz.

Es waren zum Glück ein paar andere dabei, zum Beispiel Professorin Christine Weiske outete sich als Abonnentin und bot der Redaktion Hilfe mit einem Bericht an. Die Idee vom „Weinandsmann“, dass es ein Trick vom Stadtmarketing sei, der Redaktion den Text unterzuschieben, damit sich Chemnitzer lautstark zu ihrer Stadt bekennen, ist nett, aber hat noch nicht geklappt.

Hoffen wir, dass der Kommentierer „Herrb“ recht hat – der außerdem an eine ähnliche Affäre erinnert, als ganz Polen auf den Barrikaden war:

„Die Wahrheit ist keine Satire-Seite der TAZ sondern schon lange eine Beleidungsseite. Gelegentlich muss ich trotzdem über die Texte lachen. Zum Beispiel als der polnische Präsident Lech Kaczynski im gleichen Stil als sprechende, dümmliche Kartoffel herunter geputzt wurde (was übrigens zur Einbestellung des deutschen Botschafters in Warschau führte). Zwei Vorteile hat dieser Artikel für Chemnitzer. Zum einen: Publicity ist Publicity (jede Presse ist gute Presse) und zum anderen wird es wohl wieder einfacher, die heile Welt verstörter Wessis einstürzen zu lassen, wenn sie hierher kommen. Das macht immer viel Spaß. Leider bröckelt der schlechte Ruf von Chemnitz inzwischen ganz schön. Da ist Nachschub nicht schlecht. Also gemach. :-)“

Heimat & Crossmedia

Der Stadtteil, in dem ich lebe, „spricht“ zu mir: die Menschen, die Umgebung. Gerade als innerdeutsche Migrantin in der dritten Generation, die an vielen Orten zu Hause ist, nehme ich Heimat bewusst wahr. Crossmedia, also der abgestimmte Einsatz von Medien – Zeitung, Fernsehen, … , Web 2.0 –  verstärkt die Identifikation mit meiner Umgebung.

Und schafft „Heimatgefühle“ auch im übertragenen Sinne, die Zugehörigkeit, die zu einer Handlung motiviert. – Kurz gesagt: Wer was von Menschen will, braucht viele Medien. Internet gehört immer dazu. Deshalb arbeite ich am meisten online.

Kommunikation

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Dieser Satz des Psychologen Paul Watzlawick fasziniert mich. Deshalb handelt dieser Blog von Kommunikation: von Medien, von Werbung, von Design. Und immer von Menschen. So können Sie mich kennen lernen.